Dieser Text richtet sich an alle Strickbegeisterten, von Anfängern bis zu Fortgeschrittenen, die lernen möchten, wie man Bündchen effektiv strickt. Du erfährst hier die wichtigsten Techniken, Materialien und Tipps, um professionell aussehende Bündchen an Kleidungsstücken wie Pullovern, Socken oder Mützen zu kreieren.
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Grundlagen des Bündchenstrickens
Bündchen sind ein entscheidendes Element bei vielen Strickprojekten. Sie verleihen Kleidungsstücken nicht nur Halt und Form, sondern sind auch ein wichtiges gestalterisches Element. Ein gut gestricktes Bündchen verhindert, dass sich der Stoff einrollt, sorgt für einen angenehmen Abschluss am Handgelenk oder Saum und kann den Gesamtlook eines Stücks maßgeblich beeinflussen. Die Wahl der richtigen Maschenzahl, des Garns und der Stricktechnik ist hierbei essenziell.
Gängige Bündchenmuster
- 1×1 Rippenmuster: Dies ist das einfachste und am häufigsten verwendete Bündchenmuster. Es besteht abwechselnd aus einer rechten und einer linken Masche. Das Ergebnis ist ein sehr elastisches und anpassungsfähiges Bündchen, das sich gut an den Körper anschmiegt. Für ein 1×1 Rippenmuster strickst du in jeder Hin- und Rückreihe abwechselnd 1 Masche rechts und 1 Masche links.
- 2×2 Rippenmuster: Ähnlich dem 1×1 Rippenmuster, aber mit abwechselnd zwei rechten und zwei linken Maschen. Dies erzeugt ein etwas breiteres und flacheres Bündchen, das ebenfalls eine gute Elastizität aufweist. Die Abfolge ist 2 Maschen rechts, 2 Maschen links.
- 3×1 oder 1×3 Rippenmuster: Hierbei wechselst du drei rechte Maschen mit einer linken Masche (oder umgekehrt). Diese Muster sind etwas dekorativer und bieten eine andere Haptik und Optik.
- Patent (Brioche) Bündchen: Ein sehr dehnbares und voluminöses Bündchen, das aus rechten und linken Maschen, die mit Umschlägen und Abnahmen kombiniert werden, entsteht. Es erfordert etwas mehr Übung, belohnt aber mit einem luxuriösen und elastischen Ergebnis. Die genaue Ausführung variiert je nach Patentmuster.
Materialien und Werkzeuge für Bündchen
- Garn: Die Wahl des Garns hat einen großen Einfluss auf das Aussehen und die Funktionalität des Bündchens. Wolle, Merinowolle oder Mischgarne mit einem Elasthananteil (Lycra, Spandex) sind ideal, da sie für zusätzliche Elastizität sorgen und dem Bündchen helfen, seine Form zu behalten. Die Garnstärke sollte zum Rest des Projekts passen, aber oft wird für Bündchen eine etwas dünnere Nadel gewählt, um ein dichteres und stabileres Ergebnis zu erzielen.
- Stricknadeln: Du benötigst Nadeln, die für dein Garn geeignet sind. Für Bündchen an kleineren Projekten wie Socken werden oft Nadelspiele oder Magic Loop Technik mit Rundstricknadeln verwendet. Für größere Projekte wie Pullover können Rundstricknadeln oder gerade Nadeln zum Einsatz kommen. Die Nadelstärke für das Bündchen ist oft 0,5 bis 1 Nummer kleiner als die für den Hauptteil des Projekts, um ein strafferes Ergebnis zu erzielen.
- Maschenmarkierer: Hilfreich, um den Beginn einer Runde oder bestimmte Musterabschnitte zu kennzeichnen.
Anleitungen zum Stricken von Bündchen
Bündchen direkt anstricken (Maschenanschlag)
Viele Projekte beginnen direkt mit dem Bündchen. Hierbei schlägst du die benötigte Maschenzahl am unteren Rand des Projekts an und beginnst dann mit dem gewählten Bündchenmuster. Achte darauf, den Maschenanschlag nicht zu fest auszuführen, damit er sich gut dehnen lässt.
Schritte:
- Schlage die gewünschte Maschenzahl (multiplizierbar mit der Rapportgröße deines Bündchenmusters) an.
- Beginne mit der ersten Reihe oder Runde im gewählten Bündchenmuster.
- Bei Rundstrickprojekten verbinde die Maschen zur Runde und achte darauf, die Maschen nicht zu verdrehen.
Bündchen nachträglich anstricken (Aufstricken von Maschen)
Oft ist es notwendig, ein Bündchen an einen bereits fertig gestrickten Saum oder Ärmel anzuströmen. Hierbei nimmst du Maschen aus der Kante des gestrickten Stoffes auf.
Schritte:
- Wähle die Nadelstärke, die für dein Bündchen geeignet ist (oft kleiner als für den Hauptteil).
- Du nimmst Maschen auf, indem du die Nadel von vorne nach hinten durch die gewünschte Maschenschlaufe der Kante steckst und den Faden holst.
- Bei glatt rechts gestrickten Kanten nimmst du idealerweise aus jeder zweiten oder dritten Reihe eine Masche auf, um ein gleichmäßiges Ergebnis zu erzielen. Bei kraus rechts oder Rippenmustern nimmst du oft aus jeder Masche der obersten Reihe eine Masche auf.
- Wenn du eine exakte Maschenzahl für dein Bündchenmuster benötigst, musst du eventuell durch Zu- oder Abnahmen die korrekte Anzahl erreichen, bevor du mit dem Muster beginnst. Oft wird hierfür ein provisorisches Bündchen gestrickt, das später aufgelöst und durch ein richtiges ersetzt wird, oder es werden Maschen direkt in einer Weise aufgenommen, die die benötigte Maschenzahl ergibt.
- Stricke dann das gewünschte Bündchenmuster, bis die gewünschte Länge erreicht ist.
Bündchen abketten
Das Abketten des Bündchens ist entscheidend für ein professionelles Finish. Ein zu straffes Abketten kann die Dehnbarkeit einschränken, während ein zu lockeres Abketten dazu führen kann, dass das Bündchen ausleiert.
Standard-Abkettmethode (mit Elastizität):
- Stricke die erste Masche wie im Muster (rechts oder links).
- Hebe die erste Masche über die zweite und lass sie von der Nadel gleiten.
- Stricke die nächste Masche wie im Muster.
- Hebe die zuvor gestrickte Masche über die neue Masche.
- Wiederhole diesen Vorgang, bis nur noch eine Masche auf der Nadel ist.
- Schneide den Faden ab und ziehe ihn durch die letzte verbliebene Masche.
Elastische Abkettmethode (für Rippenbündchen):
- Stricke die erste rechte Masche rechts.
- Stricke die zweite linke Masche links und hebe die erste rechte Masche über die linke Masche.
- Stricke die nächste Masche im Muster (eine rechte Masche rechts).
- Stricke die nächste Masche im Muster (eine linke Masche links) und hebe die vorherige rechte Masche darüber.
- Wiederhole den Vorgang: Stricke eine rechte Masche rechts, stricke eine linke Masche links und hebe die rechte Masche darüber. Dieses Muster sorgt dafür, dass du im Muster bleibst und eine elastische Kante erhältst.
Verstärktes Bündchen:
Um ein besonders stabiles und formbeständiges Bündchen zu erhalten, kannst du ein verstärktes Bündchen stricken. Hierbei wird oft jede zweite Reihe nur rechts gestrickt, während die linke Masche in der nächsten Reihe abgehoben wird. Dies führt zu einem dichteren und weniger elastischen, aber sehr robusten Abschluss. Diese Methode ist besonders beliebt bei Sockenbündchen.
Kombination von Bündchen und Hauptteil
Bei vielen Projekten wird das Bündchen als erstes gestrickt und das Hauptteil danach direkt angestrickt. Dies erfordert, dass du die Maschenzahl für das Bündchen und das Hauptteil korrekt planst. Wenn das Hauptteil breiter ist als das Bündchen, musst du entsprechend Maschen zunehmen. Bei einer engen Zusammenarbeit des Bündchens mit dem Hauptteil, wie bei einem Raglanpullover, ist die Planung der Maschenzahl besonders wichtig.
Übersicht: Bündchen stricken – Kernaspekte
| Kategorie | Beschreibung | Wichtigkeit für das Ergebnis | Anwendungsmöglichkeiten |
|---|---|---|---|
| Musterwahl | 1×1 Rippen, 2×2 Rippen, Patent. Jedes Muster bietet unterschiedliche Elastizität und Optik. | Definiert die Dehnbarkeit, das Aussehen und die Dichte des Bündchens. | Ärmelbündchen, Pulloversäume, Mützenränder, Sockenmanschetten. |
| Garn & Nadeln | Feineres Garn mit Elasthananteil für mehr Elastizität; kleinere Nadelstärke für Dichte. | Beeinflusst Haltbarkeit, Formstabilität und Tragekomfort des Bündchens. | Geeignet für alle Kleidungsstücke, bei denen ein gut sitzender Abschluss gewünscht ist. |
| Anschlag & Abketten | Flexible Anschlags- und elastische Abkettmethoden sind entscheidend. | Verhindert Einrollen, Ausleiern und sorgt für einen sauberen Abschluss. | Grundlegend für alle Projekte, bei denen ein Bündchen erstellt wird. |
| Techniken | Direktes Anstricken, nachträgliches Aufstricken von Maschen. | Ermöglicht das Erstellen von Bündchen an beliebiger Stelle des Projekts. | Reparaturen, nachträgliche Anpassungen, Gestaltung von Ausschnitten. |
Tipps für perfekte Bündchen
- Die richtige Maschenzahl: Die Maschenzahl für ein Bündchen hängt vom gewählten Muster und dem Garn ab. Für Rippenbündchen ist es wichtig, dass die Gesamtzahl der Maschen durch die Rapportgröße teilbar ist. Bei 1×1 Rippen sind das gerade Maschenzahlen, bei 2×2 Rippen muss die Zahl durch 4 teilbar sein.
- Testen auf Elastizität: Stricke immer eine kleine Maschenprobe des Bündchens, bevor du mit dem eigentlichen Projekt beginnst. So kannst du die Dehnbarkeit und das Aussehen testen und gegebenenfalls die Nadelstärke anpassen.
- Sauberer Übergang: Achte auf einen fließenden Übergang zwischen dem Bündchen und dem Hauptteil des Projekts. Dies kann durch das Aufnehmen von Maschen in der richtigen Dichte oder durch subtile Zunahmen/Abnahmen erreicht werden.
- Vermeide Einrollen: Das Einrollen des Bündchens ist ein häufiges Problem. Ein dichteres Strickmuster (kleinere Nadeln) und die Verwendung von Garnen mit Elasthan helfen, dies zu verhindern. Auch das Stricken von Patentbündchen oder einem Bündchen mit einer zusätzlichen kraus rechts gestrickten Reihe am oberen Rand kann Abhilfe schaffen.
- Gleichmäßiges Aufnehmen: Beim nachträglichen Aufstricken von Maschen ist es wichtig, die Maschen gleichmäßig zu verteilen. Oft nimmst du aus jeder dritten oder vierten Reihe einer Kante eine Masche auf, um eine glatte Kante zu erzielen.
- Elastisches Abketten ist Pflicht: Das Standard-Abketten ist oft zu fest. Verwende immer eine elastische Abkettmethode, um sicherzustellen, dass sich das Bündchen gut dehnen lässt.
- Gegensätzliche Richtungen: Bei manchen Projekten strickt man das Bündchen im Kreis (z.B. Socken) und das Hauptteil hin und her oder umgekehrt. Hier ist die Planung der Maschenzahlen und der Übergänge besonders wichtig.
Häufige Herausforderungen und Lösungen
Das Bündchen rollt sich ein
Dies ist ein sehr häufiges Problem, besonders bei glatt rechts gestrickten Teilen. Ursachen sind oft eine zu geringe Dichte des Gestricks oder das Fehlen von Elastizität. Lösungsansätze beinhalten die Verwendung von kleineren Nadeln für das Bündchen, das Stricken eines stärker strukturierteren Musters wie Rippen oder Patent, oder das Hinzufügen von Elasthan-Garn. Bei einigen Projekten kann auch ein provisorischer Anschlag und späteres Abketten helfen, die Kante zu stabilisieren.
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Das Bündchen ist zu locker oder leiert aus
Dies kann an zu großen Nadeln, einem zu lockeren Anschlag oder einer zu lockeren Abkettmethode liegen. Verwende kleinere Nadeln, stricke das Bündchen dichter und setze unbedingt eine elastische Abkettmethode ein. Auch die Wahl eines Garns, das seine Form gut behält (z.B. durch einen gewissen Kunstfaseranteil), ist hier vorteilhaft.
Ungleichmäßiges Aufnehmen von Maschen
Wenn du Maschen aus einer Kante aufnimmst, kann dies schnell zu unregelmäßigen Rändern führen. Achte darauf, die Maschen gleichmäßig zu verteilen. Bei glatt rechts gestrickten Kanten nimmst du oft aus jeder dritten oder vierten Reihe eine Masche auf. Bei kraus rechts oder Rippen ist es meist sinnvoller, aus jeder sichtbaren Masche der obersten Reihe eine Masche aufzunehmen. Maschenmarkierer können helfen, die Abstände zu kontrollieren.
Unterschiedliche Maschenzahlen zwischen Bündchen und Hauptteil
Dies tritt oft auf, wenn das Hauptteil breiter gestrickt wird als das Bündchen. Du musst Maschen zunehmen, um den Übergang zu schaffen. Plane diese Zunahmen sorgfältig ein, oft werden sie über mehrere Reihen verteilt oder direkt in die erste Reihe des Hauptteils integriert, um unauffällige Übergänge zu gewährleisten.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Bündchen stricken: Anleitungen und Tipps
Was ist die beste Nadelstärke für Bündchen?
Generell wird empfohlen, für Bündchen eine etwas kleinere Nadelstärke zu verwenden als für den Hauptteil des Projekts. Das Ziel ist ein dichteres und stabileres Gestrick, das weniger zum Einrollen neigt. Eine Nadelstärke, die 0,5 bis 1 Nummer kleiner ist als die für den Körper des Kleidungsstücks, ist oft ideal. Dies hängt jedoch auch vom Garn und dem gewünschten Muster ab.
Wie verhindere ich, dass sich mein Bündchen einrollt?
Um Einrollen zu verhindern, wähle ein elastisches Bündchenmuster wie 1×1 oder 2×2 Rippen. Verwende kleinere Nadeln für das Bündchen, um die Dichte zu erhöhen. Garn mit Elasthan-Anteil bietet zusätzliche Stabilität. Auch das Stricken eines breiteren Bündchens oder eines Bündchens mit einer glatt rechts oder kraus rechts gestrickten Randlinie kann helfen.
Welches Garn eignet sich am besten für Bündchen?
Garn mit einem Anteil an Kunstfasern wie Elasthan, Lycra oder Spandex ist ideal, da es dem Bündchen zusätzliche Elastizität und Formstabilität verleiht. Reine Wolle oder Merinowolle sind ebenfalls gut geeignet, besonders wenn sie dichter gestrickt werden, aber sie können weniger formstabil sein als Garne mit Elasthan.
Wie viele Maschen soll ich für ein Bündchen aufnehmen?
Die Anzahl der Maschen hängt vom gewählten Bündchenmuster, dem Garn und der Größe des Projekts ab. Für Rippenmuster ist es wichtig, dass die Maschenzahl durch die Rapportgröße des Musters teilbar ist (z.B. durch 2 für 1×1 Rippen, durch 4 für 2×2 Rippen). Wenn du Maschen aus einer Kante aufnimmst, achte darauf, eine gleichmäßige Verteilung zu erreichen, die zu der benötigten Gesamtzahl führt. Oft sind 3-4 Maschen pro 2 cm eine gute Richtlinie, aber dies variiert stark.
Wie ketten ich Bündchen elastisch ab?
Eine elastische Abkettmethode ist entscheidend. Du kannst zum Beispiel die klassische Abkettmethode leicht abwandeln, indem du die Maschen nicht zu straff überhebst. Eine fortgeschrittene Technik ist das „Jeny’s Surprisingly Stretchy Bind-Off“ oder eine Methode, bei der du im Muster bleibst (z.B. rechte Masche rechts, linke Masche links stricken und dann überheben). Dies gewährleistet, dass das Bündchen auch nach dem Abketten noch gut dehnbar ist.
Wann sollte ich Bündchen direkt anstricken und wann nachträglich aufnehmen?
Direktes Anstricken ist üblich, wenn das Bündchen der unterste oder oberste Teil eines Kleidungsstücks ist und als erstes gestrickt wird, z.B. der Saum eines Pullovers oder der Bund einer Mütze. Das nachträgliche Aufnehmen von Maschen wird verwendet, um Bündchen an bereits vorhandene Kanten anzufügen, wie zum Beispiel Ärmelbündchen an einen fertigen Ärmel, oder um Kragen oder Tascheneingriffe zu gestalten.